Entwicklung eines biologischen Pflanzenschutzmittels aus Süßholz mit sicherer Wirkung im Freiland unter Nutzung effizienter Anwendungstechnik. Arbeitsschwerpunkt 2: Anwendung im Freiland, Teilprojekt 1 Tomate, Kartoffel/ Applikationstechnik
Beschreibung:
Die Nachfrage nach biologisch erzeugtem Gemüse hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Der Anbau ist jedoch im Ökolandbau mit einem erhöhten Risiko verbunden. Insbesondere Falscher Mehltau und Phytophtora spp. führen in vielen Freilandgemüsekulturen zu erheblichen Ausfällen. Aus diesem Grund wurden im Bundesprogramm Ökologischer Landbau verschiedene Projekte gefördert, die zwar im Detail zu einer Verbesserung der Situation führen konnten, das generelle Problem ist in der Praxis weiterhin akut. Mit der Verwendung eines Extraktes aus Süßholz (Glyzyrrhiza glabra) konnten unter kontrollierten Bedingungen reproduzierbare Wirkungsgrade von über 90 Prozent bei verschiedenen Gemüsearten erreicht werden. Auf Basis dieser Erkenntnisse wird ein Verbund zum Thema 'Süßholz' initiiert. Im Rahmen dieses Projektes steht die Übertragung der Ergebnisse aus dem anderen Arbeitsschwerpunkt 1 (Entwicklung von wirksamen Süßholzpräparaten) auf Freilandflächen und damit auf Praxisebene im Vordergrund. Konkret sollen Strategieoptionen in den Kulturen Gurke, Tomate und Kartoffel erarbeitet, so die erfolgreiche Anwendung eines formulierten Süßholzextraktes im Freiland ermöglicht und eine höhere Ertrags- und Anbausicherheit im ökologischen Anbau erreicht werden. Dabei sollen folgende Arbeitsschwerpunkte bearbeitet werden: a. Prüfung der UV- und Regenstabilität eines oder mehrerer formulierter Süßholzpräparate mittels Biotests auf freiland-ähnlichen Gurken- und Tomatenpflanzen bei künstlicher Infektion mit Pseudoperonospora cubensis bzw. P. infestans, b. Prüfung und Beschreibung des Einflusses weiterer möglicher Klimafaktoren wie Temperatur, relative Luftfeuchte und Blattnässe auf die Wirksamkeit des / der Süßholzpräparate, c. Bestimmung von Aufwandmenge, Applikationsbeginn und –Applikationshäufigkeit in Feldversuchen in Gurken und Kartoffel, d. Wirkungsverbesserung durch optimierte Applikationstechnik (z.B. Ober- und Unterblattapplikation) in Feldversuchen in Kartoffel, e. Demonstration der erarbeiteten Regulierungsstrategie(n) in Praxisbetrieben in zwei unterschiedlichen Anbauregionen (Gurke – Spreewald, Kartoffel – Pfalz), f. Bewertung verschiedener Strategieoptionen unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten, g. Erstellen von Beratungsempfehlungen auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse des Vorhabens. Beim JKI stehen Container-, Semifeld- und Freilandversuche an Gurken, die Festlegung optimierter Anwendungsparameter, die Bewertung der UV- und Regenstabilität und die Gesamtbewertung des Präparates an Freilandgurken im Vordergrund.
Ausführendes Institut:
Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum - Rheinpfalz (DLR) Details von Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum - Rheinpfalz
Laufzeit:
01. 02. 2011 - 31. 03. 2014
Projektbudget:
125.528 €
Mitwirkende Institutionen:
- Institut für Pflanzenschutz in Ackerbau und Grünland (JKI-A) Details von JKI-A
- Institut für Pflanzenschutz in Gartenbau und Forst (JKI-GF) Details von JKI-GF
- Trifolio-M GmbH Details von Trifolio-M GmbH
Förderprogramm:
- BMELV - BÖLN - Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft Details von BMELV - BÖLN - Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft
Fachgebiet:
- Pflanzenschutz
- Gartenbau
- Gemüsebau
- Ökologischer Landbau
Forschungszweck:
Angewandte Forschung
Förderer:
- Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) Details von (BMELV)
Träger:
- Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Details von BLE


