Ausweitung des Sojaanbaus in Deutschland durch züchterische Anpassung sowie pflanzenbauliche und verarbeitungstechnische Optimierung
Beschreibung:
Mit dem Anbau von Soja in Deutschland sind Vorteile verbunden, die derzeit aufgrund der nicht hinreichenden züchterischen Anpassung der Sojapflanze an unsere Klimate kaum nutzbar sind. Das Forschungsvorhaben macht es sich zum Ziel, einen substantiellen Beitrag zur Verbesserung dieser Situation zu leisten. So soll durch Züchtung geeigneter Sorten sichergestellt werden, dass die steigende Nachfrage nach qualitativer hochwertiger Soja für Futter- und Speisezwecke mittelfristig aus lokaler Produktion gedeckt werden kann und der Sojaanbau als interessante Einkommensalternative für ökologisch und konventionell wirtschaftende Betriebe über die aktuell bestehenden Gunstlagen hinaus etabliert werden kann. Dieses Ziel soll durch die Züchtung frühreifer, tagneutraler, ertragreicher und qualitativ hochwertiger Genotypen mit geringeren Wärmesummenansprüchen, hoher Beikrautunterdrückung bzw. -toleranz, verbesserter biologischer N-Fixierung und gutem Abreifeverhalten sowie der Etablierung innovativer pflanzenbaulicher Maßnahmen zur Verfrühung bzw. zur Verlängerung der möglichen Vegetationszeit erreicht werden. Da in Deutschland den Praktikern häufig das Wissen um den Sojaanbau fehlt, hängt eine weitere Verbreitung des Sojaanbaus von der Verfügbarkeit und Vermittlung von Wissen zur Kulturführung von Soja ab. Daher wird eine ausführliche Anbauanleitung sowie ein Webauftritt mit allen relevanten Themen für den Anbau von Soja erstellt, es werden Praxisfeldtage und Akteurworkshops durchgeführt und die Ergebnisse werden zum Abschluss des Projektes in einem Soja-Symposium vorgestellt. Für die Selektion fortgeschrittener Zuchtstämme werden Landwirte und Vertreter der verarbeitenden Industrie herangezogen. Das im Verlauf des Projektes erstellte Zuchtmaterial wird über Pflanzenzuchtfirmen und Vermehrungsbetrieben dem Ökologischen Landbau zur Verfügung gestellt und kann auch von konventionellen Landwirten genutzt werden. Das Fehlen flächendeckender Aufbereitungskapazitäten für Futtersoja ist als wesentliches Hemmnis in der Praxis anzusehen. Daher werden in dem Verbundvorhaben Fragen zur schnellen Qualitätsbestimmung für kleine Tonnagen, optimale Gestaltung von mobilen Anlagen zur Sojaaufbereitung, Anlagenkonzepte für die hofeigene Aufbereitung, Überprüfung von Aufbereitungsanlagen hinsichtlich Einsatzgebiete, Futterwert und Haltbarkeit sowie weitere Wertschöpfungspotenziale der Sojabohne bearbeitet. Der Projektnehmer Universität Hohenheim ist Koordinator von AP 1. In diesem Arbeitspaket werden die Arbeiten zur Erstellung und Weiterentwicklung von frühreifem Soja- Zuchtmaterial für die menschliche Ernährung und für Futterzwecke sowie die Optimierung von Selektionsstrategien durchgeführt. Der Antragsteller wird in AP 1 und AP 2 die Kreuzungen, Linienentwicklung für die Sojanutzung menschliche Ernährung, F1 Anbau, Leistungsprüfungen in UHOH (Standort Klein-Hohenheim), Einlagerung der Kältetoleranz sowie die Arbeiten zur NIRS-Kalibration (Erfassung von NIRS-Spektren, Erstellung einer Kalibration für den Proteingehalt) und die Kreuzungen in Winterzuchtgärten in Costa Rica durchführen bzw. veranlassen. Untersuchungen zur Gewährleistung der GVO-Freiheit des verwendeten Materials werden an der Universität Hohenheim von der LSA (AG Biotechnologie) in Zusammenarbeit mit dem Institut für flanzenzüchtung, Saatgutforschung und Populationsgenetik durchgeführt. Der Projektnehmer betreut den Prüfanbau und die Selektion aus AP 2 am Standort Willstädt.
Ausführendes Institut:
Landessaatzuchtanstalt (720) (LSA) Details von Landessaatzuchtanstalt (720)
Übergeordnete Institution:
Universität Hohenheim (UH) Details von (UH) (Baden-Württemberg)
Laufzeit:
01. 01. 2011 - 31. 12. 2013
Projektbudget:
127.090 €
Verbundprojekt:
Ausweitung des Sojaanbaus durch züchterische Anpassung, sowie pflanzenbauliche und verarbeitungstechnische Optimierung Details von Ausweitung des Sojaanbaus durch züchterische Anpassung, sowie pflanzenbauliche und verarbeitungstechnische Optimierung
Förderprogramm:
- BMELV - BÖLN - Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft Details von BMELV - BÖLN - Bundesprogramm Ökologischer Landbau und andere Formen nachhaltiger Landwirtschaft
Fachgebiet:
- Pflanzenzüchtung
- Sonderkulturen
Forschungszweck:
Angewandte Forschung
Förderer:
- Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) Details von (BMELV)
Träger:
- Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Details von BLE


