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Klimawirkungen und Nachhaltigkeit ökologischer und konventioneller Betriebssysteme – Untersuchungen in einem Netzwerk von Pilotbetrieben

Emissionen aus der Landwirtschaft machen in Deutschland etwa zehn Prozent der nationalen Treibhausgasemissionen aus. In einem dreijährigen Verbundprojekt gehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Frage nach, unter welchen Bedingungen und mit welchen Maßnahmen eine klimafreundliche Landbewirtschaftung möglich ist. Der Laie denkt beim Thema 'Treibhauseffekt' schnell an klimaschädliche Auto- oder Flugzeugabgase. Doch Emissionen aus der Landwirtschaft sind in Deutschland zu zehn Prozent am nationalen Treibhausgasaufkommen beteiligt. Um diesen Wert zu drücken, müssen Landwirte wissen, welche 'Klimakiller' sich im Stall und auf dem Feld verstecken. Agrarwissenschaftler der TU München haben sich deshalb zusammen mit Kollegen anderer Universitäten auf die Suche gemacht: Sie erforschen, in welchem Umfang man durch optimierte Anbauverfahren und durch die Umstellung auf ökologischen Landbau klimaschädliche Emissionen reduzieren kann. Am G8-Gipfel im italienischen L’Aquila haben sich die großen Industriestaaten geeinigt, den globalen Temperaturanstieg im Vergleich zum Beginn des Industriezeitalters auf zwei Grad Celsius zu begrenzen. Zudem wollen die Politiker die Treibhausgas-Emissionen bis 2050 halbieren. Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) könnten einen Beitrag leisten, dieses Ziel zu erreichen: Denn gemeinsam mit Kollegen vom Johann Heinrich von Thünen-Institut (TI) sowie von den Universitäten Bonn und Halle-Wittenberg untersuchen sie die Emissionen von Treibhausgasen beim Anbau landwirtschaftlicher Nutzpflanzen und bei der Haltung von Milchkühen. Um 'Klima-Killern' in der Landwirtschaft auf die Schliche zu kommen, untersuchen die Wissenschaftler in vier Agrarregionen Deutschlands die Standort- und Nutzungseinflüsse auf die Treibhausgasbilanz: In Bayern, am Niederrhein, an Ost- und Nordseeküste sowie in ostdeutschen Standorten der Altmark und des Spreewalds. Die Grundfrage der Forscher lautet dabei: Unter welchen Bedingungen und mit welchen Maßnahmen ist eine klimafreundliche Bewirtschaftung möglich? Um die Antwort zu finden, nehmen sie 40 Bio-Betriebe und 40 konventionelle Vergleichs-Betriebe unter die Lupe: Dort messen und bilanzieren die Agrarwissenschaftler regelmäßig unter Praxisbedingungen die Kohlendioxid-, Methan- und Lachgasemissionen in Pflanzenproduktion und Milchviehhaltung. Auf diese Weise wollen die Agrarwissenschaftler klimarelevante Stärken als auch Schwachstellen im Agrarsektor identifizieren und Maßnahmen ableiten, um die agrarischen Emissionen zu mindern. So soll die ökologische Nachhaltigkeit weiter verbessert werden – sowohl auf Öko-Höfen als auch in konventionellen Betrieben. Das Forschungsprojekt läuft noch bis Herbst 2011. Die Ergebnisse sollen die Datenbasis für die nationale Klimaberichterstattung verbessern und Möglichkeiten für ein nachhaltiges, Kohlenstoff-optimiertes Landmanagement aufzeigen. Das Projekt „Klimawirkungen und Nachhaltigkeit ökologischer Betriebssysteme – Untersuchungen in einem Netzwerk von Pilotbetrieben“ wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit zwei Millionen Euro gefördert und über das Bundesprogramm Ökologischer Landbau unterstützt. Projektkoordinator an der TUM ist Prof. Dr. Kurt-Jürgen Hülsbergen vom Lehrstuhl für Ökologischen Landbau und Pflanzenbausysteme, Koordinator am TI ist Prof. Dr. Gerold Rahmann, Leiter des dortigen Instituts für Ökologischen Landbau.

Laufzeit:

2009 - 2013

Gesamtfördermittel:

Koordinierende Institution:

Technische Universität München (TUM) Details von TUM

Bereichsleiter:

Teilprojekte

Klimarelevanz und Nachhaltigkeit ökologischer Betriebssysteme

Klimarelevanz und Nachhaltigkeit konventioneller Betriebssysteme