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Überlebensraten zurückgesetzter Lachse (Salmo salar) in der Schleppangelfischerei vor Rügen
Projekt
Förderkennzeichen: TI-OF-23-OF-2024-2838
Laufzeit: 01.02.2024
- 30.06.2026
Forschungszweck: Bestandsaufnahme & Abschätzung
Stichworte: Meere, Fischerei, Gesellschaftliche Erwartungen, Bewirtschaftung, Fischbestände, Fischgesundheit, Monitoring
Die Angelfischerei auf Ostseelachs rund um Rügen ist wirtschaftlich bedeutend. Eine Untersuchung der Überlebensraten zurückgesetzter Lachse soll helfen, die Bestandsberechnung und das Fischwohl zu verbessern. In Mecklenburg-Vorpommern haben der Ostseelachs (Salmo salar) und die Angelfischerei eine wichtige touristische und wirtschaftliche Bedeutung. Lachse werden in Deutschland fast ausschließlich beim Schleppangeln („Trolling“) in der offenen Ostsee im Winter und Frühjahr rund um Rügen beangelt. Unsere Datenerhebung zeigt, dass jeder Lachsangler im Durchschnitt rund 2.750 € pro Jahr für das Lachsschleppangeln ausgibt, was Gesamtausgaben von etwa 5 Millionen Euro jährlich ergibt. Etwa 40 bis 50 % der gesamten Lachsentnahmen in der Ostsee stammen aus der Freizeitfischerei, mit etwa 20.000 Lachsen, die jährlich beim Schleppangeln entnommen werden. Die Ostseelachspopulationen haben sich seit den 1990er Jahren positiv entwickelt, jedoch gibt es in einigen Flüssen des südlichen Verbreitungsgebiets (z. B. Lettland und Litauen) weiterhin sehr schwache Wildlachspopulationen. Diese tragen zwar kaum zur Wildlachsproduktion bei, aber es besteht die Gefahr, dass lokale Populationen und somit genetische Vielfalt verloren gehen. Im Jahr 2022 wurde daher eine EU-weite Regelung eingeführt, die die Berufsfischerei südlich der Ålandsee verbietet und für die Freizeitfischerei eine Entnahmebegrenzung von 1 Lachs pro Tag und Angler vorschreibt. Dabei dürfen nur Lachse mit einer beschnittenen Fettflosse (ehemalige Besatzlachse) entnommen werden ("Fettflossenregelung"). Diese Änderungen haben den Schleppangelaufwand im Rüganer Raum um circa 60 % gesenkt, was negative wirtschaftliche Effekte für die Region zur Folge hatte. Gleichzeitig stieg die Rücksetzrate geangelter Lachse von unter 10 % auf knapp 60 %. Bis heute fehlen jedoch Informationen zu den Überlebensraten von zurückgesetzten Lachsen in der Schleppangelfischerei und zu den nicht-letalen Auswirkungen des Rückwurfs (z. B. Verhaltensänderungen). Der Internationale Rat für Meeresforschung (ICES) schätzt derzeit für seine Bestandsberechnungen eine Rückwurfsterblichkeit von 25 % für in der Schleppangelfischerei zurückgesetzte Lachse. Eine Untersuchung der Überlebensraten ist dringend erforderlich, um die Schätzungen der entnommenen Lachsbiomasse zu verbessern und die Wirksamkeit der „Fettflossenregelung“ zu überprüfen. Zudem müssen Faktoren identifiziert werden, die die Sterblichkeit beim Zurücksetzen beeinflussen, um gegebenenfalls Managementmaßnahmen zur Verringerung negativer Effekte zu entwickeln. Konkret ergeben sich folgende Ziele: Ermittlung der Überlebensraten von geangelten und zurückgesetzten Lachsen aus der Schleppangelfischerei im Seegebiet rund um Rügen Identifizierung wesentlicher Faktoren, die die Rückwurfsterblichkeit dieser Art beeinflussen. Entwicklung art- und fischereispezifischer Handlungsempfehlungen für die Praxis zur Verringerung der Rückwurfsterblichkeit und zur Verbesserung des Fischwohls in der Lachsschlepppangelfischerei.
Abschnittsübersicht
Fachgebiete
- Seefischerei