Verbundprojekt: Optimierung von Saatgutbehandlungsmitteln mit Wirkung gegen Flugbrand an Gerste und Weizen (Ustilago nuda, U. tritici) unter Nutzung verbesserter Verfahren zum Nachweis der Erreger

Bei der Erzeugung von Gerste, Hafer und Weizen stellt der Flugbrand im ökologischen Anbau einer der bedeutendsten Krankheiten dar. Die Aussaat befallener Körner führt in der Regel zu erheblichen Ertragsdepressionen, bedingt durch Totalausfall der aufwachsenden Pflanzen. Da sich der Erreger über den Wind verteilt, kann es bei vorhandenem Befall zu einer großflächigen Verbreitung des Erregers kommen. Neben der eigentlichen Getreideproduktion sind gerade die Bereiche Züchtung und Vermehrung von dieser Problematik betroffen, da ein Befall zur Aberkennung ganzer Saatgutpartien oder zur Verseuchung kompletter Zuchtgärten führen kann. Daher ist es erforderlich, Möglichkeiten zur direkten Bekämpfung, beispielsweise durch eine gezielte Saatgutbehandlung, zu entwickeln. Ziel des vorliegenden Projektantrages ist daher die Optimierung der Bekämpfung durch die Überprüfung vorhandener Ansätze, die Wirksamkeitsüberprüfung verschiedener neuer Agenzien inkl. entsprechender Untersuchungen im Feld sowie als Voraussetzung dafür die Optimierung des Erregernachweises. Dazu sind folgende Arbeitsschwerpunkte vorgesehen: 1. Herstellung von hochbefallenem Saatgut, zunächst per Einzelblüteninokulation: Dieses Saatgut soll als Grundlage für Gewächshausversuche und die Versuche zum Nachweis des Pilzes dienen. Dieses Saatgut wird vom Dottenfelderhof zugekauft bzw. ab dem 2. Versuchsjahr durch den Antragsteller mit dem noch zu optimierenden Verfahren selbst erzeugt werden. 2. Identifikation wirksamer Agenzien: Basis bilden Vorversuche im Labor. Hier wird die grundsätzliche Wirksamkeit überprüft. Im Anschluss wird infiziertes Saatgut mit den wirksamsten Substanzen behandelt und im Freiland in Kleinparzellen ausgesät. Parallel werden Gewächshausversuche durchgeführt. 3. Parzellenversuche: Im letzten Versuchsjahr sind Parzellenversuche mit den wirksamsten Substanzen an zwei Standorten vorgesehen. Hier sind Wintergerste, Winterweizen, Sommergerste, Sommerweizen und Hafer geplant. Neben der eigentlichen Wirksamkeitsüberprüfung haben diese Versuche einen demonstrativen Charakter. 4. Zur eigentlichen Identifizierung sind Gewächshausversuche zur Vorselektion vorgesehen, die anschließend durch Kleinparzellenversuche zur Wirksamkeit im Feld ergänzt werden sollen. Dazu ist die Einbeziehung des Dottenfelderhofes eingeplant. 5. Verbesserung der Inokulationstechnik: Um die Herstellung von hoch infiziertem Saatgut zu vereinfachen, sind Versuche zur Verbesserung der Inokulationstechnik des Erregers vorgesehen (Applikationsintervall, -zeitpunkt, -verfahren, Sporenvorkeimung). 6. Optimierung des Nachweisverfahren: Zur Verbesserung der Nachweisgenauigkeit ist vorgesehen, vorhandene Nachweisverfahren (ELISA, PCR, Mikroskopie), die sich als grundsätzlich geeignet herausgestellt haben, für den Nachweis von befallenem Pflanzengewebe zu optimieren. 7. Gewächshaustest: Zusätzlich zu den Feldversuchen werden Gewächshausversuche durchgeführt. Durch die Kombination der verschiedenen Nachweisverfahren soll die Anwesenheit des Pilzes nachgewiesen und damit ein Verfahren entwickelt werden, mit denen sich wirksame Mittel in Modellversuchen im Gewächshaus in einem frühen Stadium erkennen lassen.

Gesamtfördermittel:

Koordinierende Institution:

Institut für biologischen Pflanzenschutz (JKI-BI) Details von JKI-BI

Bereichsleiter:

  • Institut für biologischen Pflanzenschutz Details von Institut für biologischen Pflanzenschutz
    Verbundprojekt: Optimierung von Saatgutbehandlungsmitteln mit Wirkung gegen Flugbrand an Gerste und Weizen (Ustilago nuda, U. tritici) unter Nutzung verbesserter Verfahren zum Nachweis der Erreger

Teilprojekte

Verbundprojekt: Optimierung von Saatgutbehandlungsmitteln mit Wirkung gegen Flugbrand an Gerste und Weizen (Ustilago nuda, U. tritici) unter Nutzung verbesserter Verfahren zum Nachweis der Erreger