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Verbundprojekt: Etablierung und Validierung einer Methodik zur Bestimmung von Glucocorticoiden in Haaren und Federn als Bioindikator zum retrospektiven nicht-invasiven Monitoring für Tierwohl in verschiedenen Nutztierspezies. Teilprojekt 1 (RETROCORT)

Projekt


Förderkennzeichen: 2817901415
Laufzeit: 01.10.2016 - 30.09.2019
Fördersumme: 192.056 Euro
Forschungszweck: Bestandsaufnahme & Abschätzung

Es ist das Ziel des Projektes, die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse über die langfristige Konservierung von Glucocorticoiden in Haaren und Federn zu nutzen, um mit dem Cortisol- und Corticosteron-Gehalt in Haar- und Federproben von Nutztieren einen Bioindikator für vorausgegangene Stressbelastungen zu entwickeln, zu validieren und für den Praxiseinsatz zu etablieren. Das Verbundvorhaben bündelt die Expertisen der Projektpartner auf den Gebieten Tierhaltung, Tierphysiologie und Tierwohl (FBN Dummerstorf: Schwein, Rind; FLI Celle: Legehennen, Mastputen). Die praxisrelevante Validierung des Bioindikators erfolgt in Zusammenarbeit mit verschiedenen Betrieben der Rinder-, Schweine- und Geflügelhaltung. 1. Es werden für Haarproben vom Rind und Schwein und für Federproben von Legehennen und Mastputen spezifische Methodenprotokolle für die Entnahme, Reinigung, Homogenisation und Extraktion sowie für die Analytik auf Basis von Enzymimmunassays zur Bestimmung von Cortisol und Corticosteron erarbeitet und validiert. 2. Nach der methodischen Vorarbeit erfolgt die Aufklärung tierindividueller Variationsfaktoren, wie alters-, geschlechts-, trächtigkeits- oder saisonabhängiger Einflüsse auf die Glucocorticoid-Gehalte in Haaren und Federn und die Ermittlung von basalen Referenzwerten. 3. Die retrospektive Aussage des Bioindikators über den Schweregrad und die Langfristigkeit von vorausgegangenen Stressbelastungen der Tiere wird in experimentellen und vor allem in praxisrelevanten Haltungssituationen mit sozialen, physischen und psychischen Belastungsfaktoren (z.B. Belegungsdichte, Futterkonkurrenz, Hitzestress u.a.) validiert. 4. Abschließend erfolgt die Publikation der Ergebnisse, die Bewertung der Eignung dieser innovativen Methodik als Tierwohlindikator und ihrer Praktikabilität. Es werden Arbeitsanleitungen für den praktischen Einsatz erstellt und Möglichkeiten für die Verwertung und Nutzung, z.B. im Rahmen von Qualitätskontrollen, aufgezeigt und initiiert.

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