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√Ėkonomische Evaluierung z√ľchterischer Strategien in Weideproduktionssystemen zur Verbesserung der Tiergesundheit und des Tierwohlbefindens (WEIDEKUH II)

Projekt


Förderkennzeichen: 2812NA035
Laufzeit: 01.08.2013 - 31.07.2016
Fördersumme: 317.948 Euro
Forschungszweck: Angewandte Forschung

Aufbauend auf einem bereits etablierten Versuchsdesign (= Weidekuh I), welches die Prüfung von drei verschiedenen genetischen Herkünften (HF-Bullen aus Deutschland, HF-Bullen aus Neuseeland, Jersey-Bullen aus Neuseeland) in Weideproduktionssystemen ermöglicht, sollen im Forschungsvorhaben Weidekuh II a) Herkunftsvergleiche für funktionale Merkmale, Gesundheitsindikatoren, Gesundheitsmerkmale und Merkmale des Tierwohlbefindens durchgeführt, b) Genotyp-Umwelt-Interaktionen mit innovativen genetisch-statischen Modellen für obige Merkmale unter Berücksichtigung der beiden Poduktionssysteme 'ganzjährige Stallhaltung' und 'Weide' geprüft und c) ein ökologischer Gesamtzuchtwert 'Weide' unter Berücksichtigung von Gesundheitsmerkmalen und Merkmalen des Tierwohlbefindens abgeleitet werden.
Projektmonate 1-6 in 2013: Implementierung der Datenerfassungssysteme, 1 x Datenerfassung Tierwohl in den Betrieben; Projektmonate 6-18 in 2014: 3 x Datenerfassung Tierwohl; Rassevergleiche für routinemäßig erfasste funktionale Merkmale und für Indikatoren der Tiergesundheit (u.a. BCS, Fett-Eiweiß-Verhältnis; Harnstoff); genetische Analysen von Daten der 'routinemäßigen' Leistungsprüfung zu Genotyp-Umwelt-Interaktionen (GUI); Projektmonate 18- 30 in 2015: 3 x Datenfassung Tierwohl; Studien zu Rassevergleichen für eigens erfasste Phänotypen (kategoriale Daten); genetische Analysen zu GUI für neue Phänotypen; Projektmonate 30-36 in 2016: Erstellung des Gesamtzuchtwerts 'Weide' = GZW, Anpaarungsempfehlungen. Die Ergebnisverwertung manifestiert sich in einer konkreten Empfehlungsgrundlage zum Einsatz der optimalen Bullengenetik in Weideproduktionssystemen unter Berücksichtigung konventioneller Merkmale der Leistungsprüfung und 'neuen Merkmalen' der Tiergesundheit und des Tierwohlbefindens. Das gilt sowohl für die auszuwählende Rasse als auch die Auswahl der Bullen innerhalb Rasse nach dem ökologischen Gesamtzuchtwert Weide = GZW. Der GZW wird als Selektionskriterium in die Anpaarungsprogramme des Zuchtverbandes RUW integriert, so dass die Mitarbeiter von RUW direkt auf den Betrieben konkrete Hilfestellungen zur Bullenauswahl leisten können. Somit kann in Deutschland eine gezielte züchterische Strategie implementiert werden, um 'Weidegenetik' in das Vererberangebot zu integrieren. Die systematische Erfassung von Gesundheitsmerkmalen ermöglicht die Intergration der partizipierenden Betriebe in 'Kuhlernstichproben' zur genomischen Selektion.

Zielsetzung des Forschungsprojektes an der Universität Kassel war es, für das Produktionssystem 'Weide' die geeignete genetische Grundlage zu identifizieren. Für den Vergleich von unterschiedlichen Holstein Friesian (HF)-Genotypen standen Töchter aus der Anpaarung mit neuseeländischen Bullen und leistungsstarken Milchvererbern sowie für Weidesysteme empfohlenen Bullen aus Deutschland zur Verfügung. Als weitere Vergleichsgruppe diente die Ursprungsrasse der heutigen HF, das Deutsche Schwarzbunte Niederungsrind (DSN). Auf Grundlage der generierten Daten können anhand des entwickelten Gesamtzuchtwertes sowohl der am besten geeignete Genotyp als auch die wertvollsten Bullen über Genotypen hinweg identifiziert werden und betriebliche Strategien zur Maximierung des Betriebsgewinns entwickelt werden.

Schlussbericht

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