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Der verpackungsfreie Supermarkt: Stand und Perspektiven. Über die Chancen und Grenzen des Precycling im Lebensmitteleinzelhandel.

Projekt


Förderkennzeichen: 2814NA025
Laufzeit: 01.05.2016 - 30.04.2018
Fördersumme: 265.541 Euro
Forschungszweck: Angewandte Forschung

Der verpackungsfreie Einkauf ist ein aktueller Trend in Deutschland und Europa. In Deutschland existieren hierzu bereits verschiedene Ausprägungen dieser innovativen Form des Lebensmitteleinzel‐ handels (LEH). Dies sind zum einen Geschäfte, die konsequent das „unverpackt“‐Prinzip verfolgen („Konzeptläden“), des Weiteren Bioläden, die einen Teil der Waren „unverpackt“ anbieten und zum anderen Dienstleistungsanbieter sogenannter „Bulk Bins“, also großer Behältnisse zur Präsentation und zum individuellen Abfüllen der jeweils gewünschten Lebensmittelmenge. Anders als in anderen Ländern, in denen im klassischen LEH unverpackte Ware zum Standard gehören, gewinnt das „unverpackt“‐Prinzip in Deutschland erst langsam an Aufmerksamkeit. In jüngster Vergangenheit ist jedoch ein starker Anstieg an neuen Konzeptläden zu verzeichnen. Während noch vor einem Jahr nur ca. fünf Geschäfte bundesweit existierten, gehen wir derzeit von ca. 20 Läden in Deutschland aus. Dabei zeichnen sich Konzeptläden durch den Anspruch aus, den Anfall konsumbedingter Reststoffe zu vermeiden und Verbraucher*innen zugleich zu einem bedarfsgerechten Konsum zu befähigen, der Lebensmittelverschwendung reduziert. Darüber hinaus verbindet die Pionierunternehmen, dass diese eigentümergeführt sind, individuelle Geschäftsmodelle entwickelt haben und versuchen sich als innovatives Alternativmodell zum klassischen LEH zu positionieren. Ziel des Projektes ist es, die in Deutschland inzwischen etablierten Konzepte und bis dato nicht untersuchten Formen dieser neuen Vermarktungsart im Rahmen einer qualitativen Studie zu erheben, zu analysieren und hinsichtlich der o.g. angestrebten Zielsetzungen Ressourcenschonung, Vermeidung von Verpackungen bzw. Reststoffen, Reduzierung der Lebensmittelverschwendung sowie weiterer Implikationen nachhaltigen Konsums zu untersuchen. Zentrale Annahme des Projektes ist, dass der verpackungsfreie Einkauf einen radikalen Paradigmenwechsel erfordert, der tiefgreifende Änderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette (WSK) notwendig macht. Um Lerneffekte identifizieren und nutzbar machen zu können, gilt es, die etablierten Alternativmodelle (1) strukturell zu analysieren und (2) die mit Blick auf die adressierten Zielsetzungen einhergehenden Vor‐ und Nachteile sowie die derzeit noch existierenden Probleme bzw. hemmenden Faktoren bei der Umsetzung des Prinzips kritisch und systematisch zu beleuchten, um so Optimierungspotentiale herauszuarbeiten. Darüber hinaus ist (3) zu untersuchen, welche Rolle das „unverpackt“‐Prinzip im klassischen LEH spielt bzw. spielen kann und wo ggf. Barrieren und Ansatzpunkte zu einer weiteren Verbreitung liegen. Schlagwörter: Lebensmitteleinzelhandel, Verpackung, Precycling, Zero-Waste, Plastik, Ressourcenschonung, verpackungsfrei, unverpackt

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